Da unser Anschlussflieger erst am Nachmittag ging, hatten
wir den ganzen Vormittag für einen Stadtrundgang in Lissabon.
Wir waren jetzt nicht so auf Sightseeing in Lissabon
vornereitet – Stadtführer und Notebook hatten wir ausgerechnet nicht dabei. So folgten
wir vom Hotel aus erst mal mehr oder weniger der Hauptstraße gen Süden. Ab und
zu machten wir einen Abstecher in die Seitenstraßen. Allerdings musst man hier
ganz schon auf Tretminen achten.
Etwas weiter erreichten wir eine etwas größeren Platz,
auf dem ein maximalpigmentierter Zeitgenosse zutraulich auf uns zu kam. Er
erkannt wohl unsere gestrandete Notlage und wollte uns aus seinem Bauchladen
ein paar kleine „Stimmungsaufheller“ anbieten. Wir mussten dankend ablehnen.
Unser Weg führte uns zur Kathedrale Igreja de Santa Maria
Maior und zum Triumphbogen Arco da Rua Augusta.
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| Igreja de Santa Maria |
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| Arco da Rua Augusta |
Mittlerweile war es nach Mittag und wir orientierten uns mittels
Taxi Richtung Flughafen. Diesmal waren wir rechtzeitig und wir bekamen unseren
Flieger nach Salvador.
Die Sitzabstände
bei TAP waren wohl eher an die Durchschnittsgröße der Portugiesen angepasst,
die demnach bei geschätztem 1 Meter Fünfzig legen müsste.
23Uhr Ankunft in Salvador da Bahia bei 30 Grad.
Da unsere Transportmittel einen Tag zuvor vergeblich auf
uns gewartet haben wird, und wir niemanden über unserer Verspätung informieren
konnten, blieb uns jetzt nur Eigeninitiative - also ab zum Taxistand. Der
Standard war ein Corsa B Stufenheck mit verdunkelten Scheiben und automatischer
Türverriegelung.
Wir fuhren erst eine ganze Weile auf der Schnellstrasse
und bogen dann in eine Nebenstrass ab. Hier sah es aus wie 1945 – runtergerockte,
unverputzte, vergitterte Häuser mit einbetonierten Glasscherben auf den
Mauersimsen.
Dann kam so etwas wie eine Kneipe, mit einer davor
verweilenden Menschenmenge, die schon ziemlich angetüttelt unterwegs waren und
schon leicht die Kontrolle über ihre Körperfunktionen verloren hatten. Daneben
Polizisten mit Maschinenpistolen in Vorhalte. Ein Stück weiter hielt das Taxi
vor einer Haustür. Der Fahrer stieg aus und aus dem Eingang kam eine Person,
die ich aufgrund der hautfarblichen Anpassung nicht weiter einordnen konnte. Es
kam mir einen Moment der Gedanke des Überfallenwerdens – es war mittleiweile
weit nach Mitternacht und die Gegend unwirtlich. Aber Entwarnung.
Mit dieser Person verschwanden unsere Taschen in dem
Eingang. Ich drückte dem Taxifahrer das Geld in die Hand und wir eilten unserem
Gepäck hinterdrein.
Die besagte Person schien der Portier der Pension zu
sein, der natürlich kein Wort Englisch sprach. Jetzt mußten diesem klar machen,
dass wir die Type waren, die bereits gestern ankommen sollten. Da ihm die Sache
auch spanisch… äähm... portugisisch vorkam, rief dieser seinen Chef per Telefon
an.
Diesem konnten wir dann den Sachverhalt verklickern und
checkten ein. Die Pension machte von innen einen sehr ansehnlichen Anblick im
Kolonialstil. Unser Zimmer war nicht minder stilvoll eingerichtet. Allerdings
relativierte sich der Blick auf den Balkon und in die Hintergasse.
Achja… mit Abendessen war dann natürlich auch nichts mehr
– na Mahlzeit.
Ich für meinen Teil war bedient und fertig mit der Reise,
bevor diese überhaupt richtig begonnen hat. Aber vielleicht sieht es am nächsten
Tag nicht mehr ganz so finster aus.